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Ein Mann tippt auf einer Laptop-Tastatur mit symbolischen KI-Warnzeichen

 

 

Wie Betrüger sich künstliche Intelligenz zunutze machen

Künstliche Intelligenz bietet viele Vorteile. Das machen sich leider auch Kriminelle zunutze – und verfeinern damit ihre Betrugsmaschen. Lesen Sie hier, wie das aussehen kann und wie Sie sich schützen können.

Das Handy klingelt, ein WhatsApp-Anruf der Enkelin. Sie hat spontan eine Wohnung angeboten bekommen und benötigt dringend Geld für die Mietkaution – am besten per Echtzeitüberweisung auf ihr neues Konto. Sonst bekommt jemand anderes den Zuschlag. Zur Bestätigung, dass sie es wirklich ist, schaltet sie die Kamera an. Die Großeltern haben keinen Zweifel: Das ist ihre Enkelin. Sie überweisen den gewünschten Betrag. Doch dann stellt sich heraus: Das Konto gehört Betrügern – das Geld ist futsch. Der Anruf der Enkelin, ihre Stimme, das Videobild: alles perfekt gefälscht – mithilfe künstlicher Intelligenz, kurz KI.

Von künstlicher zu krimineller Intelligenz

Diese Geschichte ist zum Glück nur ausgedacht. Aber sie könnte jederzeit passieren. Denn KI verleiht Maschinen, etwa Computern, kognitive Fähigkeiten, die bislang den Menschen vorbehalten waren . Heißt also: Sie können Informationen aus der Umwelt aufnehmen, verarbeiten, speichern und abrufen. Eine klassische Anwendung solcher sogenannter „generativer KI“ ist das Erstellen von Texten und authentisch aussehenden Bildern oder Videos inklusive Ton. Kriminelle können sich die Möglichkeiten von KI ganz konkret auf zweierlei Weise zunutze machen:

  • Mit der Unterstützung von KI-Tools wie ChatGPT recherchieren sie im Internet oder in den sozialen Medien blitzschnell dort vorhandene Daten zu bestimmten Personen und deren Familienangehörigen.
  • Auf dieser Basis perfektionieren sie – ebenfalls mithilfe von KI-Tools –gefälschte Nachrichten, Websites sowie Schockanrufe und erstellen sogenannte Deepfakes. So nennt man mit KI erzeugte, täuschend echt aussehende manipulierte Fotos, Audiodateien oder Videos.

Gut zu wissen: Der englische Begriff Deepfake setzt sich aus „deep neural networks“ („tiefe neuronale Netze“) und „fake“ („Fälschung“) zusammen. Ein Deep Neural Network (DNN) ist ein Modell des maschinellen Lernens, das nachahmt, wie das menschliche Gehirn Informationen verarbeitet.

 

Die häufigsten Betrugsmaschen im Kurzüberblick

Manch altbekannte Betrugsmasche kann mit KI perfektioniert werden. Ein kompakter Überblick:

  • Enkeltrick, Schockanrufe: Kriminelle geben sich am Telefon als Verwandte aus, die dringend Geld benötigen, etwa für eine Wohnungskaution oder weil sie im Urlaub ihr Portemonnaie verloren haben. Mit KI können sich Kriminelle echte Stimmen und Videos, die sie zuvor in sozialen Medien gefunden haben, zunutze machen, um authentische Anrufe zu fälschen.
  • Love-Scamming (Liebesbetrug): Love-Scammer suchen auf Online-Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken wie Instagram, Snapchat oder Facebook nach Opfern. Sie täuschen – oft über Wochen – das Interesse an einer Beziehung vor. Irgendwann bitten sie aus einer vermeintlichen Not heraus um eine Geldzahlung. KI unterstützt sie dabei, eine gefälschte oder gestohlene Identität aufrechtzuerhalten, zum Beispiel mit KI-generierten Fotos und Videos.
  • Falsche Polizisten: Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus und versuchen, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, Geld und Wertgegenstände an einen ebenfalls falschen Polizisten zu übergeben. Mithilfe von KI lassen sich Polizeiausweise und sogar Videoanrufe täuschend echt fälschen.
  • Anlagebetrug: Unseriöse oder betrügerische „Anlageberater“ versuchen, Kunden mit dem Versprechen hoher Renditen das Geld aus der Tasche zu ziehen. KI hilft ihnen dabei, seriös anmutende E-Mail-Texte, Websites oder Verkaufsunterlagen zu erstellen.

So schützen Sie sich

Seien Sie wachsam. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und halten Sie einen Moment inne. Oft hilft es schon, ein Telefongespräch einfach zu beenden und über eine Ihnen bekannte Telefonnummer zurückzurufen. Darüber hinaus ist es wichtig, stets informiert zu bleiben. Die Polizeiliche Kriminalprävention des Landeskriminalamts Niedersachsen* informiert auf ihrer Website ausführlich über altbekannte und neue Betrugsmaschen. Unser Tipp: einfach öfter mal reinklicken. Auf der Webseite der Sparda-Bank Hannover finden Sie aktuelle Warnhinweise für Ihre Sicherheit bei Online-Bankgeschäften.

Ein weiterer Tipp, wenn Sie gern online shoppen: Ob ein Online-Shop als unseriös bekannt ist, verrät Ihnen der Fakeshop-Finder* der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

 

Beitragsbild: iStock (Bongkod Worakandecha)

Datum: 6. Mai 2026

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