Alles Wissenswerte rund um Schulden

Schulden gehören zu unserem Alltag: Wir nehmen Kredite für größere Anschaffungen auf, leihen uns Geld zur Überbrückung finanzieller Engpässe oder wählen beim Online-Kauf die Option „Später bezahlen“.

Sofern Schulden fristgerecht zurückgezahlt werden, spricht grundsätzlich nichts dagegen. Falls das jedoch nicht gelingt, droht in vielen Fällen eine Überschuldung. Wir beantworten wichtige Fragen zum Thema, erklären den Unterschied zwischen „Schulden haben“ und „überschuldet sein“ und wir nennen konkrete Anlaufstellen, die Hilfe bei finanziellen Schwierigkeiten bieten.

5 Fragen und Antworten rund um Schulden

Was genau sind Schulden?

Wer sich zum Beispiel bei seiner Kollegin Geld für die Mittagspause leiht, hat Schulden bei ihr. Ebenso wie jemand, der einen Kredit bei einer Bank aufnimmt. Auch Ratenzahlungen oder Kontoüberziehungen gelten als Schulden. Letztlich sind Schulden finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Dritten. Auf der einen Seite stehen die Schuldner, auf der anderen die Gläubiger. Schuldner stehen in der Pflicht, ihren Gläubigern das geschuldete Geld vereinbarungsgemäß zurückzuzahlen.

Wie hoch sind die Schulden der Deutschen im Schnitt?

Ein Blick in den aktuellen iff-Überschuldungsreport zeigt: Die durchschnittliche Schuldenhöhe der Deutschen betrug im Jahr 2021 15.680,04 Euro.

Was bedeutet Überschuldung?

Überschuldung tritt ein, wenn jemand über einen längeren Zeitraum nicht mehr in der Lage ist, seine laufenden Rechnungen zu bezahlen und Schulden wie vereinbart abzutragen.

Was hat die SCHUFA damit zu tun?

Die SCHUFA ist eine sogenannte Wirtschaftsauskunftei. Die Abkürzung „SCHUFA“ steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Die SCHUFA sammelt Daten und berechnet darauf aufbauend die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und Unternehmen. Der Sinn dahinter: Verbraucher vor Überschuldung schützen, Kreditinstitute vor Verlusten. Die SCHUFA speichert zum Beispiel Vorgänge wie die Eröffnung eines Girokontos und sie erfasst auch negative Merkmale. Das können zum Beispiel Insolvenzverfahren und nicht ordnungsgemäße Rückzahlungen von fälligen Verbindlichkeiten, wie einem Handyvertrag, sein. Einmal jährlich kann man kostenlos eine Eigenauskunft bei der SCHUFA beantragen. Zudem können auch mögliche falsche Angaben korrigiert werden.

Wie viele Deutsche sind überschuldet?

Die Gründe, aus denen Menschen in eine Überschuldung geraten, sind vielfältig. Im Vordergrund stehen dabei laut iff-Überschuldungsreport 2022 Ereignisse, die von den Betroffenen oft nicht direkt beeinflusst werden können.

1. Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit ist der häufigste Grund für Überschuldung in Deutschland. Seit Beginn der Covid-19-Pandemie ist ihr Anteil an allen Überschuldungsursachen deutlich gestiegen.

2. Krankheit

Auch Krankheit spielt oft eine Rolle bei einer Überschuldung. Der Anteil der Fälle, bei denen sie als Überschuldungsursache identifiziert wurde, steigt seit Jahren kontinuierlich.

3. Einkommensarmut

Als einkommensarm gelten meist Menschen, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens verfügen.

4. Scheidung / Trennung

Das Ende einer Ehe oder Partnerschaft kann Auslöser für eine wirtschaftliche Schieflage sein. Im Berichtsjahr war das die vierthäufigste Ursache für eine Überschuldung.

5. Konsumverhalten
Das persönliche Konsumverhalten (z. B. bei Kleidung, Technik oder Freizeit) wird häufig als zentrale Ursache von Überschuldung dargestellt. Tatsächlich steht es erst an fünfter Stelle aller Überschuldungsgründe.

6. Gescheiterte Selbstständigkeit

Der Aufbau einer Selbstständigkeit ist mit finanziellen Risiken verbunden. Scheitert der berufliche Lebensentwurf, kann auch dies ein Auslöser für Überschuldung sein.

Hilfe bei finanziellen Schwierigkeiten

Bei finanziellen Schwierigkeiten ist es wichtig, sich frühzeitig Unterstützung zu holen – zum Beispiel bei diesen Anlaufstellen:

Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung der Stadt Hannover  

Schuldner- und Insolvenzberatung der VerbraucherHilfe Bremen e. V.

Weitere Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie im Schuldnerberatungsatlas des Statistischen Bundesamts